Tagegeld bei der ReisekostenabrechnungDer Gesetzgeber geht davon aus, dass es bei einer Dienstreise zu einem Verpflegungsmehraufwand kommt. Der Verpflegungsmehraufwand wird auch als Spesen oder Auslöse bezeichnet. Werden für die Abrechnung des Verpflegungsmehraufwands die gesetzlich festgesetzte Pauschalbeträge verwendet, so wird der Begriff Tagegeld angewendet. Wie hoch die abrechenbaren Pauschbeträge (Tagegelder) sind, hängt dabei entscheidend von dem Aufenthaltsort ab. Eine aktuelle Übersicht des jeweiligen Tagegeld-Satzes finden Sie im Artikel zum Verpflegungsmehraufwand 2012, Verpflegungsmehraufwand 2013, Verpflegungsmehraufwand 2014.

Generelle Charakteristika vom Tagegeld

Um Tagegeld zu erhalten, muss die Dienstreise mindestens acht Stunden dauern. Damit die Kosten für den entstandenen Verpflegungsmehraufwand nicht einzeln nachgewiesen werden müssen, existieren sogenannte Pauschbeträge. Ihre Höhe ist gesetzlich fixiert. Ferner kann dieser beruflich bedingte Mehraufwand steuerrechtlich unter gewissen Voraussetzungen als Werbekosten oder als Betriebsausgabe geltend gemacht werden.

Tagegeld innerhalb Deutschlands

Die Höhe des Tagegeldes ist durch Pauschalsätze fixiert. Diese gelten pro Kalendertag und Dauer von der Auswärtstätigkeit. Bei einer Dienstreise von mindestens 8 Stunden aber weniger als 14 Stunden beträgt die Pauschale 6 Euro. Dauert die auswärtige Tätigkeit länger als 14 Stunden aber weniger als 24 Stunden, werden 12 Euro gewährt. Wenn die Dienstreise mindestens 24 Stunden dauert, wird eine Pauschale von 24 Euro herangezogen. Festgesetzt wurde diese Regelung in § 4 Absatz 5 Satz 1 Nummer 5 Satz 2 des Einkommensteuergesetzes. Es kann zu einer Kürzung des Tagegeldsatzes kommen, wenn eine amtlich unentgeltliche Verpflegung vorgelegen hat. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn der Leistungsempfänger aufgrund seines Amtes eine kostenlose Verpflegung erhalten hat. Eine kostenfreie Verpflegung durch Bekannte oder Verwandte ist von dieser Regelung ausgenommen. Liegt eine amtlich unentgeltliche Verpflegung vor, wird das Tagegeld nach festen Kürzungssätzen reduziert. So beträgt der Kürzungssatz beim Frühstück 20 %, beim Mittagessen 50 % und beim Abendessen 30 %.

Tagegeld für Auslandsreisen

Verpflegungsmehraufwand: Tagegeld Pauschale für AuslandsaufenthalteBei Dienstreisen ins Ausland werden meist andere Tagegeldsätze herangezogen. Diese liegen häufig über den inländischen Pauschalbeträgen. Erfolgt eine Dienstreise vom Inland in das Ausland, wird der Pauschalbetrag nach dem Ort bestimmt, den der Steuerpflichtige vor Mitternacht (Ortszeit) zuletzt erreicht hat. Für einen eintägigen Aufenthalt im Ausland und für Rückreisetage aus dem Ausland in das Herkunftsland ist der Pauschbetrag des letzten Ortes im Ausland maßgeblich, wo der Steuerpflichtige seiner Tätigkeit nachgegangen ist. Das Bundesministerium der Finanzen hat im Dezember des Jahres 2011 neue Pauschbeträge für Auslandsreisen veröffentlicht. Bei einigen Ländern haben sich die Beträge stark geändert. Meist sind sie deutlich heraufgesetzt worden, was insbesondere für viele Länder in Südamerika und viele afrikanische Staaten zutrifft. So betrug das Tagegeld für die meisten brasilianischen Städte früher 41 Euro bei einem Aufenthalt von mehr als 24 Stunden. Seit Januar 2012 hat sich der Betrag um 13 Euro erhöht, sodass er inzwischen bei 54 Euro liegt. In Mittelasien kann eine umgekehrte Entwicklung des Pauschalbetrages beobachtet werden. Gleiches zählt für weitere Staaten wie beispielsweise Irland und Island. Dort ist der Satz von bislang 77 Euro auf 53 Euro gefallen. Die aktuellen Tagegeldsätze für das jeweilige Land sollten daher stets beim Informationsblatt des Bundesministeriums der Finanzen nachgeschaut werden.

Veröffentlicht in: Lexikon
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Kommentar

claudia schrieb am 6. Oktober 2014 um 22:37 Uhr:

Hallo, wie ist das bei Selbstständigen? Diskutiere seit paar Tagen mit einem Bekannten der selbstständig ist. Der Steuerberater von ihm, läßt ihn für jeden Arbeitstag das ganze Jahr über Formukar ausfüllen, Verpflegungsmehraufwand, wie das Fahrtenbuch. Ich bin der Meinung, er kommt jeden Tag nach Hause und kann sich sein Essen zu Hause vorbereiten. Ausserdem gibt es bestimmt eine Grenze wieviel man im Jahr an Mehraufwand absetzen kann. Und nicht jeden Tag Kosten geltend machen. Ausserdem arbeiten die beiden zwar Selbstständig, jedoch über einen Architekten, also sind sie obwohl selbstständig in diesen Fall Arbeitnehmer und dürften die Kosten doch garnicht bei ihnen absetzen sondern zu Lasten des Architekten und fals er das nicht zahlt, dann bei privaten Einkommenserklärung als Werbungskosten angeben. Wer hat von uns beiden Recht?