Fahrtkosten Eisenbahn und öffentliche VerkehrsmittelHinweis zu den Fahrtkosten 2014: Durch die Überarbeitungen im Reisekostenrecht (siehe auch Reisekostenreform 2014) wurden auch die Richtlinien für die Kilometerpauschale bei den Fahrtkosten angepasst. Ab 01.01.2014 sind Fahrtkosten-Pauschalen nur noch für PKW und motorbetriebene Fahrzeuge vorgesehen. Das heißt: Die Pauschale für Fahrten mit dem Fahrrad (das waren bisher 0,05 Euro pro zurückgelegtem Kilometer) und die Mitfahrer-Pauschalen (bei Mitfahrten im PKW bisher 0,02 Euro / Kilometer) entfallen und dürfen ab 2014 nicht mehr genutzt werden. Hier sind die neuen Pauschalen bei den Fahrtkosten 2014 im Überblick:

Für 2014 gelten somit nur noch die folgenden Pauschbeträge:
KFZ: 0,30 Euro / Kilometer
Motorrad, Motorroller, Moped und Mofa: 0,20 Euro / Kilometer

Mehr zum Thema Fahrtkosten

Der Begriff “Fahrtkosten” umfasst (im Rahmen der Reisekostenabrechnung) die Kosten für die Hin- und Rückfahrt zum gewünschten Ziel, die Kosten für die Fahrten am Reiseziel sowie die Kosten für Pendlerfahrten bei länger andauernden Geschäftsreisen. Fahrtkosten die bei beruflich- oder betrieblich bedingten Reisen anfallen können im Rahmen der Reisekostenabrechnung erfasst werden. Für Selbstständige, also Gewerbetreibende und Freiberufler, gelten Fahrtkosten als Betriebsausgaben, für alle anderen sind es Werbungskosten.

Die Wahl des Verkehrsmittels, mit dem der Reisende die Geschäfts- oder Dienstreise antreten möchte, steht ihm vollkommen frei. Wenn sich der Reisende für einen Mietwagen oder öffentliche Verkehrsmittel wie Bus, Bahn oder Flugzeug entscheidet, dann sind die Fahrtkosten nach dem Nachweis der genauen Höhe der Kosten abzugsfähig.

Wenn dem Reisenden ein Geschäftswagen für die Dienstreise zur Verfügung steht, dann sind die Kosten dafür bereits in Betriebsausgaben des Arbeitgebers enthalten.
Wenn der Reisende allerdings mit seinem eigenen Auto auf Geschäftsreise geht, dann hat er verschiedene Optionen zur Abrechnung.

Fahrtkosten, Auto und MietwagenDie erste Option ist die, die Fahrtkosten über einen Einzelnachweis abrechnen zu lassen. Dazu müssen die Gesamtkosten des Fahrzeuges, die Jahresfahrleistung sowie die beruflich gefahrenen Kilometer im Fahrtenbuch nachgewiesen werden. Die tatsächlichen Aufwendungen für die Geschäftsreise können auch durch das Aufzeichnen und sämtlicher Kosten wie Steuern, Haftpflicht, Kaskoversicherung, Abschreibung, Betriebskosten Reparaturen und Pflegedienste nachgewiesen werden, sofern dazu eine Quittung vorliegt.

Bei der zweiten Option werden die Fahrtkosten anhand des fahrzeugindividuellen Kilometersatzes abgerechnet. Dazu müssen die auf der Geschäftsreise zurückgelegten Fahrkilometer in beispielsweise einem Fahrtenbuch oder in der Reisekostenabrechnung festgehalten werden.

Bei der dritten Option werden die Fahrtkosten über eine Kilometerpauschale abgerechnet. Die Kosten für eine Fahrt mit dem Auto sind hierbei geringfügig höher als die bei einer Reise mit dem Motor- oder Fahrrad.

Fahrtkosten: Pauschalen für 2013

In Deutschland beträgt die Kilometerpauschale 2013 0,30 € für ein Kraftfahrzeug, bei Motorrädern und Motorrollern 0,13 € und bei Fahrrädern 0,05 € pro gefahrenem Kilometer. Falls man eine weitere Person auf die Dienstreise mitnimmt, erhöht such die Kilometerpauschale für ein Auto um 0,02 € und für die Mitnahme auf einem Motorrad oder -roller um 0,01 €.

In Österreich beträgt die Kilometerpauschale für ein Kraftfahrzeug seit dem 1. Juli 2008 0,42 €. Bei weiteren Mitreisenden erhöht sich die Kilometerpauschale hier um 0,05 € für Mitfahrer in einem Auto, für die auf einem Motorrad oder -roller, der größer als 250 cm³ ist um 0,24 €. Für Fahrräder gibt es hier keine Regelung.

Für die Abrechnung von Fahrtkosten von Selbstständigen und Arbeitnehmern gibt es einige Unterschiede. Zunächst die Gemeinsamkeiten: Fahrtkosten sind für beide Parteien Kosten für die Reise mit dem eigenen oder einem geliehenen PKW, oder für die Reise mit einem öffentlichen Verkehrsmittel. Als Arbeitnehmer bekommt man die Fahrtkosten vom Betrieb erstattet, und zwar steuerfrei und ohne Sozialversicherungsabgaben. Der Arbeitnehmer muss hierzu eine Kilometerabrechnung einreichen, die dann von der Lohnbuchhaltung bearbeitet wird. Als Selbstständiger gibt man seine Fahrtkosten in der Bilanz als Betriebsausgaben an. Die Ersparnis hängt dann vom persönlichen Steuersatz ab. Geschäftsführer einer GmbH gelten allerdings steuerlich als Arbeitnehmer, nicht als Unternehmer.

Die Abrechnung über ein Fahrtenbuch eignet sich in fast allen Fällen, in denen das Auto zu 65 % als Betriebswagen genutzt wird, und damit zum Betriebsvermögen gehört. Doch das Fahrtenbuch muss ordentlich geführt sein, das heißt es darf keine Lücken aufweisen und zeitnah geführt worden sein, alle Fahrten -auch private- müssen detailliert vermerkt sein und es darf keine Änderungen enthalten. Falls doch, so war die ganze Arbeit umsonst, und die Fahrten werden über die Pauschal-Methode abgerechnet.

Wenn das Auto nur zwischen zehn und fünfzig Prozent beruflich genutzt wird, so gehört es nicht zum Betriebsvermögen und die Fahrtkosten werden Pauschal abgerechnet. Diese Methode ist wahrscheinlich die einfachere, da hier weniger Aufzeichnungspflichten für den Steuerzahler anfallen, da die private Nutzung hier nicht versteuert werden muss und der Erlös vom Verkauf des Wagens nicht steuerlich erfasst wird.

Fahrtkosten, ReisekostenabrechnungMit der Entfernungspauschale, auch im Volksmund als “Pendlerpauschale” bekannt, rechnet der Arbeitnehmer die einfachen Kosten ab, die ihm auf der Strecke zur Arbeit entstehen. Durch die Pendlerpauschale wird das zu versteuernde Einkommen gemindert. Die Pendlerpauschale kann sowohl von Arbeitnehmern als auch von Selbstständigen in Anspruch genommen werden, ganz unabhängig davon, wie sie zur Arbeit kommen (öffentliche Verkehrsmittel, zu Fuß, mit dem Auto,…). Die Pendlerpauschale kann nur für die kürzeste Strecke zur Arbeit in Anspruch genommen werden. Falls der Pendler allerdings beispielsweise aufgrund eines Staus einen Umweg gefahren ist, so muss er das formlos als Notiz in der Steuererklärung angeben.

Mit der Fahrkostenpauschale werden andere Kosten, die auf beruflichen Fahrten entstanden sind, abgerechnet. Beispielsweise Dienstreisen oder Besuche bei Kunden werden über die Fahrtkostenpauschale vom Staat vergütet. Auch bei dieser Pauschale wird nur die kürzeste Strecke anerkannt, längere Strecken nur wenn sie offensichtlich verkehrsgünstiger sind und regelmäßig genutzt werden. Auch die Fahrtkostenpauschale wird über die Steuererklärung verrechnet.

Veröffentlicht in: Lexikon
Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.

Kommentar

Tobias schrieb am 11. Dezember 2013 um 08:19 Uhr:

Wie sieht es aus wenn ich bei einer Dienstfahrt mit dem Privat PKW einen Firmen eigenen Anhänger mitführe bekomme ich dann einen zuschlag zu den sonst üblichen 0,30 Euro?

Gruß Tobias

Reisekosten-Guru schrieb am 11. Dezember 2013 um 10:30 Uhr:

Hallo Tobias, soweit ich weiß gibts keine Zuschläge zur Pauschale, zumal der Hänger ja auch dem AG gehört.

Diana schrieb am 29. Mai 2014 um 23:16 Uhr:

Ich frage mich gerade: wenn die Fahrtkostenpauschale für Fahrräder 2014 wegfällt, heißt das, dass sie auch in der Steuererklärung für 2013 nicht berücksichtigt werden darf, weil diese ja 2014 gemacht wird? Oder heißt das, dass ab dem nächsten Jahr die Fahrten aus dem Jahr 2014 nicht mehr für Fahrräder abgerechnet werden? Würde mich über eine Klarstellung freuen.
Schöne Grüße, Diana

Jan schrieb am 30. Mai 2014 um 07:57 Uhr:

Hallo Diana, die Änderungen gelten für Reisen ab 01. Januar 2014. Für die Steuererklärung 2013 rechnest du ja alle Fahrten im Jahr 2013 ab … Wichtig ist, dass wir hier aber über Dienstreisen sprechen und nicht über Wege zur Arbeit!

Diana schrieb am 30. Mai 2014 um 12:41 Uhr:

Hallo Jan, vielen Dank für die schnelle Antwort! Ja, es geht hier um Fahrtkosten im Rahmen einer freiberuflichen Tätigkeit (Kundentermine etc.).

Nicole schrieb am 1. Juli 2014 um 12:42 Uhr:

Hallo, wissen Sie zufällig, ob ich Fahrtkosten geltend machen kann, auch wenn ich den pauschale Betriebsausgabenabzug wähle?
Danke!

Jan schrieb am 1. Juli 2014 um 12:50 Uhr:

Hallo Nicole, ich interpretiere das mal so, als ob es hier um die Kilometerpauschale geht?! Wenn Sie diese nutzen, dann sind damit die Kosten für z.B. Benzin oder Instandhaltung des KFZ abgegolten. Sehr wohl können aber Nebenkosten (z.B. Parktickets) entsprechend mit abgerechnet werden.